Rinderhaltung in der Schweiz

Posted by  admin  Nov 22, 2013

Mastrinderhaltung in der Schweiz: Es gibt noch viel zu tun

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Leider haben noch nicht alle Kühe und Rinder in der Schweiz Grund zum Lachen

Von der Werbung manipuliert

Wir Schweizer sind stolz auf unser Fleisch und unsere Tierhaltung. Vergleicht man mit dem Ausland, sind wir das zurecht. Wir haben die Bodenhaltung für die Hüner eingeführt und auch in vielen Weiteren Belangen haben wir mehr Tierschutz als alle anderen Länder. Auch wird in keinem Land soviel Bio-Fleisch gekauft wie hierzulande, was sicher auch mit dem Wohlstand zusammen hängt.

Kaufen wir also unser Fleisch im Coop, oder in der Migros, ja selbst im Denner, gehen wir davon aus dass das Fleisch von Tieren stammt dass auf die Weide kann, dass Heu hat zum sich hinlegen und Sonnenlicht sieht. Doch leider ist das nicht immer der Fall. Wie dieses Video vom Kassensturz (Quelle SRF) zeigt:

 

Video "Schweizer Mastrinder sehen oft weder Gras noch Sonne" abspielen. 

 

Wir zitieren aus dem redaktionellen Begleittext:

 

Schweizer Mastrinder sehen oft weder Gras noch Sonne

Von wegen strenges Tierschutzgesetz: Wer konventionell, das heisst nach den Mindeststandards des Schweizer Tierschutzgesetzes produziert, der muss seinen Tieren keinen Auslauf ins Freie gewähren. Stroh im Stall ist nicht zwingend.

Und drei Quadratmeter pro ausgewachsenes Mastrind müssen reichen. Nach dem neuen Tierschutzgesetz muss jetzt auf den Spaltenböden eine Gummimatte liegen. Einstreu ist aber weiterhin keine Pflicht.

Die Umfrage des Schweizer Tierschutzes (STS) zeigt, nur gerade 20 Prozent der Befragten wussten Bescheid über die Realität in der konventionellen Rinderzucht.

«Die Werbung fördert die falschen Meinungen in den Köpfen. Sie spricht oft von tierfreundlicher Haltung und einem strengen Tierschutzgesetz», sagt Hans-Ulrich Huber vom Schweizer Tierschutz gegenüber der Sendung «Kassensturz». So wirbt Suisse Garantie beispielsweise mit Bildern von Rindern auf der grünen Wiese.Ein Werbespot verspricht: «Ein Rind von einer Schweizer Weide».

Hälfte der Mastrinder aus konventioneller Haltung

Die Realität ist eine andere: Grünes Gras sehen die wenigsten der Suisse-Garantie-Mastrinder. Das Logo mit dem Schweizer-Kreuz besagt nur, dass es Schweizer Fleisch ist – produziert nach den Mindestanforderungen des Gesetzes.

Jährlich verarbeiten die Schlachthöfe in der Schweiz rund 220‘000 Mastrinder. Mehr als die Hälfte davon stammt aus konventioneller Mast. Die andere Hälfte der Tiere stammt aus Label-Mastbetrieben. Nur dort sind die Anforderungen an die Tierhaltung höher. Sie haben mehr Platz, liegen auf Stroh und dürfen raus.

 

Besser für das Tier: Bio- und Label-Fleisch

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Was beim Rindfleisch-Kauf ein verlässliches Label ist, zeigt die WWF-Label-Übersicht


 

Migros und Coop mit 60 Prozent Label-Fleisch

 

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Gastronomie: Tierwohl keine Priorität

Die andere Hälfte des Schweizer Rindfleisches landet in der Gastronomie. Dort stammen sogar über 80 Prozent aus konventioneller Produktion. Doch der Trend geht auch da Richtung Label und Bio.

«Wenn wir unseren Gästen die Vorzüge von Label-Fleisch erklären und diese bereit sind, etwas dafür zu bezahlen, dann können wir den Anteil in Zukunft noch steigern», sagt François-René Maeder, Mitglied der Präsidentenkonferenz von Gastro Suisse.

Quelle srf online 22.11.2013

Die Grillzeit-Redaktion ist überzeugt: Gutes Essen ist gut für die Seele. Das bedingt aber auch, dass wir mit guten Gewissen einkaufen und essen. Schaut deshalb bitte genau hin, wie euer Fleisch produziert wurde und isst lieber mal ein Tag kein Fleisch (Spaghetti sind ja auch sehr lecker!). Wenn dann aber nicht sparen bei der Qualität. Und Qualität heisst auch: Gutes Fleisch kommt von glücklichen und gesunden Tieren mit Auslauf und genug Platz.

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