Zu Besuch beim Bierschwein-Bauer

Posted by  admin  Mar 2, 2016

Bierschweine haben es "sau-gut"

Martin Wandeler, Biersäuli-Züchter aus der Zentralschweiz.

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Ob die Bierschweinchen einfach zufrieden oder etwas angetrunken sind, liess sich schwer ausmachen.

 

Martin Wandeler aus Gunzwil bei Beromünster ist nicht so, wie man sich einen typischen Schweine-Bauer vorstellt. Genauso gut könnte man sich ihn in einer Firma als Marketingleiter vorstellen oder als Liebhaber von schnellen Autos (was er auch ist). Die einen oder anderen kennen ihn vielleicht noch von der TV-Serie "Bauer sucht Frau" wo er einst mitgemacht hat, weil es ihn interessiert hat, wie so eine Show funktioniert.

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Martin Wandeler - Innovativer Bierschwein-Züchter

So erstaunt es nicht, dass er es war, der 2007 als erster und bis heute einziger Zentralschweizer Bauer eine Bierschweine-Mast ins Leben gerufen hat. Er sei ein Spinner haben sie gemeint im Dorf und belächelten ihn. Und als er schon den grossen Restaurants in Zürich und St. Moritz sein Biersäuli-Fleisch lieferte, wollten die guten Restaurants in der Umgebung noch nichts von ihm wissen. Doch irgendwann haben auch sie bemerkt, dass das zwar etwas teurere Fleisch auch seinen Preis wert ist. Das Fleisch ist zarter und hat ein besseres Aroma als herkömmliches Schweinefleisch. Dies attestiert auch eine Blind Degustation die Wandeler bei der Hotelfachschule Luzern durchführen liess.

 

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Sau-wohl: die Bierschweine vom Wandeler-Hof machen einen zufriedenen Eindruck

Der Grund für die gute Fleischqualität liegt in der Fütterung und in der guten Haltung. Die Schweine sind auf weichem Rapsstroh gebettet und haben einen permanenten Auslauf. Im Sommer gibt es eine Wasserdusche zur Abkühlung. Das Futter besteht vorwiegend aus Bierhefe und Biergeläger von der Brauerei Ramseier in Hochdorf. 1500 Liter Biernebenprodukte sind das pro Tag die als Flüssigfutter automatisiert in die Tröge der rund 600 Schweine fliessen.

Die Idee stammt ursprünglich vom Kobe-Rind. Dessen Fleisch ist besonders zart und gilt als Delikatesse. Die Kobe-Rinder werden zusätzlich noch täglich mit Bier massiert. Wandeler hat das bei seinen Säuli auch ausprobiert, es hat aber keinen positiven Effekt gehabt - weil Schweine im Gegensatz zu Rindern keine Poren haben.

Das Fleisch hat damit eine bessere Konsistenz, ist viel zarter, schrumpft weniger beim Kochen, ist schmackhafter und bleibt saftiger, da beim Braten weniger intramuskulöses Fett austritt. Somit eignet sich das Fleisch hervorragend als Spezialität und Nischenprodukt, vor allem auch für die bessere Gastronomie, da es auch eine Geschichte erzählt.

 

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Auch wichtig: gutes Marketing (Design by Menü Drei)

Hauptabnehmer und somit auch Hauptlieferant vom Gunzwiler Bierschwein ist die Metzgerei Angst in Zürich. Die etwas fetteren Tiere gehen nach Basel und werden zu leckeren Würsten mit etwas Kümmelanteil.

Mehrere Gaut-Millau Restaurants haben das Biersäuli von Wandeler auf der Karte. So zum Beispiel immer mal wieder auch das Park Hotel Vitznau. Wandelerer - der Wandlungsfähige - geht dann auch mal gerne persönlich und in Schale in die feinen Stuben sein Schwein essen und lässt sich überraschen was die Küchenchefs mit seinem Produkt kreieren.

Mehr Information auf der Webseite von Sau-Gut.